Wie lange sollte Espresso laufen?
Lerne, wie Durchlaufzeit, Espressomenge und Geschmack zusammenhängen, damit du zu Hause weniger raten musst.
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Geschrieben von Geert-Jan der Baristamann –
Specialty Coffee Trainer & Barista Coach (10+ Jahre Erfahrung)
Warum diese Frage so oft wiederkehrt
Wenn man zu Hause Espresso zubereitet, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie lange muss ein Espresso eigentlich laufen? Ich verstehe diese Frage gut. Man hat eine Espressomaschine gekauft, verwendet frischen Kaffee, gibt sich Mühe beim Mahlen und Tampern, und trotzdem schmeckt der Espresso mal sauer, mal bitter und manchmal einfach wässrig. Dann sucht man nach Halt. Sekunden scheinen dann schön klar zu sein. Aber ein guter Espresso dreht sich nicht nur um Zeit. Man muss vor allem lernen, auf die Kombination aus Durchlaufzeit, Espressomenge in der Tasse und Geschmack zu achten.
Erst mal normal tun
Viele Heimbaristas suchen eine feste Antwort. Doch Espresso funktioniert etwas praktischer als das. Eine Richtzeit hilft, aber man muss verstehen, was man misst.
Wie lange sollte ein Espresso laufen?
Als praktische Richtlinie kannst du mit etwa 25 bis 30 Sekunden für einen Espresso rechnen. Aber Achtung: Das ist keine magische Endzeit. Es ist ein Ausgangspunkt.
Ich sehe oft, dass Heimbaristas nur auf die Sekunden schauen. Dann läuft ein Espresso zum Beispiel 27 Sekunden und sie denken: gut gelungen. Aber wenn dabei viel zu wenig oder viel zu viel Espresso in der Tasse ist, stimmt es immer noch nicht. Die Zeit sagt also erst dann etwas aus, wenn du auch weißt, wie viel Kaffee du verwendest und wie viel Espresso dabei herauskommt.
Deshalb arbeite ich lieber mit einem einfachen Gedanken: Du möchtest eine feste Menge gemahlenen Kaffees verwenden, eine feste Menge Espresso in deine Tasse bekommen und mit diesem festen Input und Output prüfen, ob die Zeit stimmt. Die Durchlaufzeit hilft dir dann zu beurteilen, ob das Wasser zu schnell oder zu langsam durch dein Kaffeebett läuft.
Denken Sie an Schokomilch
Vergleichen Sie es mit der Zubereitung von Kakao. Wenn Sie die gleiche Menge Schokolade mit immer unterschiedlichen Mengen Milch verwenden, erhalten Sie immer einen anderen Geschmack. So funktioniert auch Espresso.
Warum die Espressomenge in Ihrer Tasse so viel ausmacht
Stellen Sie sich vor, Sie machen Kakaogetränk. Sie verwenden immer die gleiche Menge Schokolade, aber manchmal geben Sie wenig Milch hinzu und ein anderes Mal viel mehr. Dann schmecken Sie sofort einen Unterschied. Eine Tasse ist voll, dick und intensiv. Die andere ist dünner, weicher und vielleicht etwas flach.
Bei Espresso passiert etwas Ähnliches. Sie verwenden gemahlenen Kaffee in Ihrem Siebträger und lassen Wasser hindurchfließen. Wie viel Wasser Sie durch den Kaffee leiten, bestimmt maßgeblich, wie viele Aromastoffe Sie mitnehmen.
Wenn Sie zu wenig Wasser durch den Kaffee laufen lassen, kann Ihr Espresso scharf, sauer oder unterentwickelt schmecken. Lassen Sie zu viel Wasser durchlaufen, kann Ihr Espresso dünn, bitter oder trocken werden. Deshalb ist „Wie lange muss mein Espresso laufen?“ eigentlich nicht die einzige Frage. Die bessere Frage ist: Wie viel Espresso möchte ich in meiner Tasse haben, und wie lange dauert das?
Messen macht Espresso ruhiger
Du musst nicht gleich alles kompliziert machen. Fange einfach damit an zu messen, was passiert. Dann wird Espresso weniger zum Rätselraten und mehr zum gezielten Anpassen.
Wie misst man, ob der Espresso richtig durchläuft?
Am einfachsten ist es, eine kleine Kaffeewaage unter die Tasse zu stellen. So sehen Sie, wie viel Espresso tatsächlich in Ihre Tasse kommt. Ein Shotglas mit Markierungen kann auch helfen, besonders wenn Sie gerade erst anfangen. Eine Waage ist genauer, da Crema das Volumen verfälschen kann.
Eine einfache Homebarista-Routine könnte so aussehen: Wiegen Sie immer die gleiche Menge gemahlenen Kaffees, stellen Sie Ihre Tasse auf die Waage, starten Sie Ihren Shot und achten Sie auf die Zeit und den Output (oft 1:2 oder 1:3 Verhältnis). Das ist zum Beispiel bei der Sage 16 Gramm rein, 32 Gramm oder 48 Gramm raus. So lernen Sie schneller zu erkennen, was Ihre Maschine macht.
Wenn Sie noch mit Millilitern arbeiten, werden oft 30 ml für einen einfachen Espresso und 60 ml für einen doppelten Espresso genannt. Das kann als grobe Richtlinie dienen. Aber in der Praxis arbeiten viele Homebaristas genauer mit Gramm, da Sie dann weniger Probleme mit Unterschieden bei Crema und Tassen haben.
Das Wichtigste ist nicht, dass Sie sofort perfekte Zahlen erreichen. Das Wichtigste ist, dass Sie immer das Gleiche messen. Nur dann können Sie ehrlich vergleichen, warum der eine Espresso besser schmeckte als der andere.
De smaak vertelt je wat er gebeurt
Die Stoppuhr hilft, aber deine Zunge entscheidet. Das Schmecken bleibt wichtig, denn zwei Shots mit der gleichen Zeit können trotzdem anders schmecken.
Was sagen sauer, bitter oder wässrig über Ihren Espresso aus?
Wenn Ihr Espresso zu sauer schmeckt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zu wenig aus dem Kaffee extrahiert wurde. Das passiert oft bei einer zu schnellen Durchlaufzeit, einem zu groben Mahlgrad oder einem zu kurz gestoppten Output. Vergleichen Sie es damit, einen Teebeutel nur zweimal in Ihr heißes Wasser zu tauchen, das nennen wir „Untereinfuhr“.
Schmeckt Ihr Espresso hauptsächlich bitter, trocken oder hart, dann kann es sein, dass Sie zu viel aus dem Kaffee extrahiert haben. Das sieht man oft bei einem Shot, der zu lange durchläuft, einem zu feinen Mahlgrad oder einem Output, der viel zu weit gegangen ist. Das ist Überextraktion.
Wenn Ihr Espresso wässrig ist, sollten Sie genau hinschauen. Manchmal liegt das an zu viel Output. Manchmal an alten Bohnen. Manchmal an einem zu groben Mahlgrad oder einer unordentlichen Puck-Vorbereitung. Deshalb ist ein einzelner Tipp fast nie genug. Sie wollen lernen, das Gesamtbild zu betrachten: Kaffee, Mahlgrad, Dosierung, Output, Zeit und Geschmack.
Das klingt vielleicht viel, aber es wird schnell übersichtlicher, wenn Sie immer nur eine Sache gleichzeitig ändern.
Machen Sie Ihre Maschine berechenbar
Viele Espressomaschinen haben programmierbare Tasten. Das ist praktisch, aber nur, wenn man sie mit Kaffeepulver im Siebträger einstellt.
Wie programmieren Sie die Wassermenge an Ihrer Espressomaschine?
Verfügt Ihre Espressomaschine über programmierbare Tasten? Dann stellen Sie diese nicht leer ein, sondern mit einem gefüllten Siebträger in der Brühgruppe. Dies ist wichtig, da der gemahlene Kaffee selbst auch Wasser speichert.
Mahlen Sie also Kaffee in Ihren Siebträger, wie Sie es normalerweise tun. Stellen Sie Ihre Tasse auf eine Waage oder verwenden Sie ein Shotglas. Starten Sie die Extraktion und stoppen Sie bei der Espressomenge, die Sie als feste Basis verwenden möchten. Danach speichern Sie diese Taste.
Ab diesem Zeitpunkt haben Sie mehr Ruhe in Ihrer Routine. Sie müssen nicht jedes Mal nach Gefühl aufhören. Sie können Ihre Aufmerksamkeit auf den Geschmack, den Mahlgrad und die Wiederholbarkeit richten.
Hat Ihre Maschine keine programmierbare Taste? Kein Problem. Dann stoppen Sie manuell mit Ihrer Waage oder Ihrem Shotglas. Das funktioniert prima, solange Sie konsequent beim Messen bleiben.
Wann benötigt man mehr als eine Richtzeit?
Wenn dein Espresso jedes Mal anders schmeckt, liegt das meist nicht an einer Zahl. Dann brauchst du ein System, mit dem du verstehst, was du veränderst.
Vom Zufall zur Kontrolle über deinen Espresso
Eine Zielzeit ist nützlich. Eine feste Output-Menge ist noch nützlicher. Aber echte Kontrolle entsteht erst, wenn man versteht, wie man Dosierung, Mahlgrad, Output und Geschmack zusammenbringt.
Genau deshalb habe ich Espresso unter Kontrolle erstellt. Nicht, um Home-Baristas mit schwierigen Kaffeebegriffen zu überhäufen, sondern um normalen Kaffeeliebhabern zu helfen zu verstehen, warum ihr Espresso manchmal gelingt und manchmal nicht.
Möchten Sie es lieber langsam angehen lassen? Dann starten Sie mit dem kostenlosen Einführungsmodul. Wenn Sie vor allem besser verstehen möchten, warum Ihre Shots immer wieder variieren, schauen Sie sich das Modul über die 3 Goldenen Regeln des Espressos innerhalb der Sammlung „Espresso Extraktion und Kontrolle“ an.
Wenn Sie mit Ihrer eigenen Maschine nicht weiterkommen, könnte auch ein privater Barista-Workshop zu Hause sinnvoll sein. Dann arbeiten wir direkt mit Ihrer Maschine, Ihrer Mühle, Ihrem Kaffee und Ihren Fragen.
Häufig gestellte Fragen zur Espresso-Durchlaufzeit
Wie lange sollte ein Espresso laufen?
Als Richtwert kannst du etwa 25 bis 30 Sekunden annehmen. Nutze diese Zeit aber nicht als einzige Regel, sondern kombiniere sie mit der Menge an Espresso in deiner Tasse und dem Geschmack.
Warum schmeckt mein Espresso sauer, wenn er zu schnell durchläuft?
Ein zu schnell gebrühter Espresso kann sauer schmecken, da das Wasser zu wenig Kontakt mit dem gemahlenen Kaffee hatte. Oft muss man dann den Mahlgrad, die Dosierung und den Output überprüfen.
Warum wird mein Espresso bitter, wenn er zu lange läuft?
Wenn ein Espresso zu lange läuft oder zu viel Output hat, können trockene und bittere Geschmacksnoten entstehen. Stoppen Sie ihn daher nicht nur rechtzeitig, sondern messen Sie auch, wie viel Espresso in Ihre Tasse gelangt.
Kann ich Espresso mit einem Schnapsglas abmessen?
Ja, ein Schnapsglas mit Messmarkierungen ist eine praktische und einfache Messmethode. Eine Waage ist genauer, da Crema das Volumen in Millilitern verfälschen kann.
Soll ich meine Espressomaschine auf 30 ml oder 60 ml programmieren?
Das kann als Basis dienen, aber stelle deine Maschine immer mit Kaffee im Siebträger ein. Der Kaffee hält Wasser zurück, sodass die eingestellte Wassermenge nicht dieselbe ist wie das, was letztendlich in deiner Tasse ankommt.
Ich habe eine andere Frage.
Wie lange sollte Espresso laufen? Verwenden Sie die Zeit als Kontrolle, nicht als Endziel
Ein Espresso läuft meist irgendwo zwischen 25 und 30 Sekunden durch, aber diese Zahl ist nicht die ganze Wahrheit. Achte immer auf die Kombination aus gemahlenem Kaffee, Espressomenge in deiner Tasse, Durchlaufzeit und Geschmack. Miss deinen Output mit einer Waage oder einem Shotglas, probiere bewusst und ändere danach immer nur eine Sache auf einmal. So wird Espresso zu Hause weniger zum Glücksspiel und immer besser zu wiederholen.
Möchten Sie verstehen, warum Ihr Espresso ständig variiert und wie Sie Ihre Shots besser kontrollieren können? Dann starten Sie mit „Espresso unter Kontrolle“ oder schauen Sie sich das Modul zur Espresso-Extraktion an.
Messen heißt wissen
Gehen Sie wie folgt vor:
- Input (feste Grammzahl in Ihrem Siebträger)
- Output (feste Grammzahl/ml in Ihrer Tasse)
- Zeit (ca. 25 bis 30 Sekunden)
- Abweichende Zeit = abweichender Mahlgrad
Arbeiten Sie daher immer mit einer Kaffeewaage
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